Rolf Kurath

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Gedanken zu Führung, Arbeitswelt und Gesellschaft

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Philosophie und Management

Wer ein Unternehmen erfolgreich und im Interesse seiner Anspruchsgruppen führen will, braucht neben Wissen und Erfahrung auch Charaktereigenschaften. Für gewisse Organisationen gibt es dazu gesetzliche Vorgaben. So fordert Artikel 51b des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge „Loyalität und Integrität“ von den Verantwortlichen der Vorsorgeeinrichtungen. Was ist damit gemeint? Dazu kann man den Duden zu Rate ziehen, der als Synonyme u.a. Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Zuverlässigkeit auflistet. Oder eine Fachzeitschrift wie die Schweizer Personalvorsorge 08/15. Oder man liest das Magazin Rubicon.

Schwarmdummheit und Identitätsmanagement

Das Inputreferat von Adrian Bult zum Abschlusspanel des asut-Seminars „Wege zur digitalen Schweiz“ letzte Woche hat mich veranlasst, zwei neue Bücher über unser Verhalten in der Arbeitswelt zu lesen. Um innovativer und schneller zu werden, brauche es gemäss Bult neue Arbeitsformen, mehr Interaktion und stabile Netzwerke von Freunden. Diese fachliche Sommerlektüre, auch im Liegestuhl gut verträglich, kann ich dazu empfehlen: In „Schwarmdumm“ behandelt Gunter Dueck die „selbstverschuldete Kompliziertheit unseres Lebens“ und zeigt auf, wie genial Einfaches entstehen kann. Die GDI-Studie „We-Dentity“ beleuchtet den Einfluss sozialer Identitäten auf das Verhalten von Personen und Gruppen in der digitalen Welt.

Megatrends und Zukunftsmärkte

Wer für die Zukunft planen will, muss sich mit den Megatrends auseinandersetzen. Eine kürzlich erschienene Publikation der Universität St. Gallen ergänzt diese durch eine Prognose der Alltagswelten und skizziert die Märkte der Zukunft. Die Studie überzeugt auch durch die geschickte Visualisierung sowie durch die saubere Darstellung der Spannungsfelder zwischen Trend und Gegentrend, zwischen Chancen und Gefahren. Etwas vom Besten, was ich zum Thema Zukunftsbilder gelesen habe.

Die Zukunft der Arbeit II

In Ergänzung zum März-Blog über „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft" von Jeremy Rifkin dies: Lynda Gratton, Professorin für praktisches Management an der London Business School, bestätigt seine Prognosen in „Job Future – Future Jobs" weitgehend. Sie beschreibt mit Blick auf 2025 eine Arbeitszukunft, die von neuen und komplexen Herausforderungen für Arbeitnehmende und Arbeitgebende geprägt sein wird. Zugespitzt sind dies die Aussicht auf eine Arbeitsbiografie von 60 Jahren sowie die Notwendigkeit, ein bis zwei Fachgebiete meisterhaft zu beherrschen. Für die Unternehmen bedeutet dies, neben flexiblen Arbeitsformen auch solche mit starken Lernkomponenten sowie selbstverantwortliche Teamarbeit anzubieten.

Die Zukunft der Arbeit

Wie wird gute Arbeit in der digitalen Arbeitswelt gestaltet? Der US-Ökonom und Soziologe Jeremy Rifkin prognostiziert in „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft" für die nächsten Jahrzehnte den Verlust von 50% der heutigen Jobs und ein neues ökonomisches Paradigma: Tauschwirtschaft und genossenschaftliche Strukturen werden den kapitalistischen Markt herausfordern und teilweise verdrängen. Deshalb ist für mich die Demokratisierung der Arbeitsorganisation ein Gebot der Stunde.

Wem gehört die Zukunft?

Die informationsbezogene Risikobewältigung ist ein Thema, das die Unternehmensführung häufig unterschätzt. In diesem Zusammenhang lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels von 2014, Jaron Lanier. In „Wem gehört die Zukunft?" beschreibt er anschaulich, wie die digitale Technologie die Wirtschaft zunehmend beherrscht.

Chancengerechtigkeit

Das Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz ist für mich unverzichtbar geworden. Der „Sozialalmanach 2015" liefert Fakten zur Bedeutung der Zuwanderung für unseren Wohlstand – heute und in der nahen Zukunft. Zudem wird aufgezeigt, dass die zunehmende Abkoppelung des Wirtschaftswachstums von der Wohlstandsentwicklung die soziale Stabilität der Schweiz gefährden kann.

Lob der Grenze

Grenzen sind nötig. Sie helfen uns dabei, die entscheidenden Fragen unserer Zeit zu verstehen und zu beantworten. In seiner „Kritik der politischen Unterscheidungskraft" schreibt der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann dem „Anything Goes" entgegen.

VR-Handwerk

Kennen Sie „Integrierte Corporate Governance" von Prof. Dr. Martin Hilb? Im 2013 in der 5. deutschsprachigen Auflage erschienen und vielfach übersetzt, beschreibt Prof. Hilb die Erfolgsfaktoren für das Handwerk des „Gestaltungs- und Controlling-Rats" mit einem engen Bezug zur Praxis vonUnternehmen jeder Grösse.